Scheitern trägt selbst in der Gegenwart immer noch den Makel der allumfassenden Niederlage – speziell in Deutschland ist die Meinung weit verbreitet, dass wir gleich beim ersten Anlauf erfolgreich sein müssen. Wer einmal scheitert, ist für immer verloren. Unwiederbringlich und allumfassend.  Eine Fehleinschätzung, wie uns Jochen Mai, Gründer der Karrierebibel beweist:

Schöner Scheitern: Erfolg ist was wir daraus machen.

Es geht nicht um den Umstand als solchen, sondern darum, wie wir darüber denken:: Die Art und Weise, wie wir Tatsachen bewerten und wie wir damit umgehen.  Man erinnert sich an den einstigen Slogan der Beton-Industrie „Es kommt darauf an, was man daraus macht.“

Tja, das klingt verdammt nach 2. Semester Psychologie-Studium, dennoch ist etwas Wahres dran. Verliere ich meinen sicheren Job, befinde ich mich nach der ersten Schockstarre in einer dauerhaften Lähmung oder wende ich mich der Chance zu, die darin verborgen liegt. Vielleicht denke ich schon darüber nach, mich selbständig machen. Hat mir nur ein Tritt in den Allerwertesten gefehlt, denselben endlich hoch zu kriegen und mein Leben selbst in die Hand zu nehmen?

Auf dem Weg ins Wochenende fällt der Zug aus, weil er auf freier Strecke im Nirgendwo abgebrannt ist? Echt ärgerlich, aber vielleicht bietet sich beim Warten auf den Ersatz die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu knüpfen, die dir auch nach der Bahnfahrt erhalten bleiben.

Jochen Mai stellt in seinem Artikel fest: „Anstatt also zu fragen „Warum ich?“ fragen die wahren Meister des Scheiterns deshalb: Wozu? Klingt ähnlich, macht aber einen Riesenunterschied.

Die Frage nach dem WOZU verwandelt selbst den Schicksalsschlag in eine wichtige Station auf einem Weg, der ein Ziel verfolgt. Und das gibt Hoffnung und macht Mut. Wer so fragt, macht etwas aus dem Mist, der passiert – und bekommt so die Handlungskontrolle über sein Leben zurück.“

Ich mag diesen Ansatz, denn er holt den Akteur aus seiner Opferrolle und gibt ihm die Möglichkeit, Dinge wieder in Schwung und auf einen guten Weg zu bringen.

Man soll es nicht für möglich halten: Es gibt mittlerweile sogar einen Kongress, der das Scheitern auf angenehme und durchaus interessante und lehrreiche Art thematisiert:

Stop being afraid of failure and start embracing it.

FailCon is a one-day conference for technology entrepreneurs, investors, developers, and designers to study their own and others’ failures and prepare for success.

http://thefailcon.com/

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