Vom lateinischen Substantiv procrastinatio, zusammengesetzt aus dem Präfix pro- („vor-“, vorwärts-“) und dem Substantiv crastinum,-i („morgiger Tag“; vgl. das Adverb cras = „morgen“). Und damit ist auch schon alles geklärt.

Morgen ist auch noch ein Tag…Meine Wohnung, meine Bügelwäsche, meine Fenster…nie waren sie so sauber und aufgeräumt wie zu Klausurzeiten an der Uni. Sie kennen das. Jeder Mensch hat Pflichten, die nicht zu seinen unmittelbaren Lieblingsbeschäftigungen gehören und die gerne und ausdauernd in der Prioritätenliste nach unten und alles in Allem vor sich her geschoben werden. Die Steuererklärung beispielsweise spielt in dieser Liga ganz oben mit und kaum ein Student streitet ab, vor Prüfungsphasen das Büffeln gegen eine angenehmere Beschäftigung getauscht zu haben. Und dann könnte die Steuererklärung vielleicht doch noch das Rennen machen.

Wovon hängt ab, wann wir Wichtiges aufschieben? Zum Beispiel von der momentanen Stimmung, von den Erfolgsaussichten und von der Auswirkung der erfüllten Aufgabe auf das Belohnungszentrum. Bin ich sowieso schon schlecht gelaunt, will ich mir die Stimmung nicht zusätzlich durch eine ungeliebte Aufgabe weiter ruinieren. Und die Aussicht, wieder einen Rüffel vom Chef zu bekommen lässt Laune nicht steigen. Die Folge: Die Arbeit bleibt liegen.

Trotzdem ist das keine gute Idee, denn ab einem bestimmten Punkt können körperliche und psychische Auswirkungen die Folge sein.

Ein Test auf der Website der Prokrastinationsambulanz gibt Aufschluss darüber, ob man krankhaft prokrastiniert oder lästige Aufgaben einfach nur vor sich herschiebt.

https://www.uni-muenster.de/Prokrastinationsambulanz/Angebote_Test.html

Allen Leidgeplagten sei gesagt: Hilfe naht!

Auf der Website der Karrierebibel finden sich 50 (fünzig!) Tipps gegen Prokrastination.

Meine Favoriten:

  1. Beginnen Sie sofort. Frei nach dem Motto, wenn man mal angefangen hat, geht‘s.
  2. Zerlegen Sie große Aufgaben in kleine, überschaubare, die sind nicht ganz so bedrohlich.
  3. Hören Sie auf zu zweifeln. Einmal die Entscheidung treffen, sofort anfangen und nicht weiter drüber nachdenken. Funktioniert.
  4. Hören Sie auf, perfekt zu sein. Das ist ja mein persönlicher Lieblingstipp zusammen mit der 80/20 Regel. Perfektionismus hält auf und macht unsympathisch. Warum sonst lieben wir die Outtakes der Blockbuster so sehr. Perfekt ist langweilig, erst wenn es schiefgeht, wird es interessant. Gilt übrigens nicht für medizinische Berufe und die Luft- und Raumfahrt. Aber das versteht sich hoffentlich von selbst.
  5. Setzen Sie sich Limits. Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht – und nicht etwa wie viel Zeit man tatsächlich dafür bräuchte. Diese Tatsache hat der britische Historiker Cyril Northcote Parkinson erkannt. Wenn Sie nun an Ihr letztes 2-Stunden-Meeting denken, wann wurde die wichtige Entscheidung getroffen? Genau, fünf Minuten vor Schluss.
  6. Keine Macht der Unterbrechung. Bleiben Sie dran, bis Sie einen selbstgewählten Meilenstein geschafft haben. „Wenn ich Seite 1 des Businessplans geschafft habe, hole ich mir die 7. Tasse Kaffee, und nicht vorher.“ Passt.

Die restlichen 44 Tipps finden Sie unter

https://karrierebibel.de/prokrastination/#50-Tipps-gegen-Prokrastination

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