Headhunters Jagd-Knigge – Gutes Verhalten als Jäger und Gejagter
Thomas Klauder

 

Es ist wohl Teil des Schicksals des Personalberaters, dass er jagen muss: Hauptsächlich Informationen hinterherjagen auf Mandanten-Seite und auf der Seite der Kandidaten. Deswegen ist wohl auch Begriff Headhunter nicht ganz treffend – sollte wohl eher „Answer-Hunter” heißen …

Fangen wir mit unseren Betrachtungen bei den Kandidaten an: Rar sind sie, die richtig gut Passenden, deshalb wertvoll und wichtig! Und wenn wir mit viel Akribie einen Menschen identifiziert haben, der auf das gesuchte Profil passen könnte (und wir machen uns dabei sehr viel Mühe), dann sprechen wir denjenigen auch direkt an. Schriftlich oder telefonisch, direkt oder über eine soziale Plattform, wie es eben am günstigsten ist. Wenn wir dann Gelegenheit haben, idealerweise in einem kurzen Gespräch ein paar Sätze zu wechseln, dann haben wir das erreicht, was eigentlich allen Beteiligten nur recht sein kann: Wir haben schnell Klarheit geschaffen, ob weiteres Sprechen sinnvoll ist. Alles, was schnell klärt, ist gut für alle!

Die Realität ist anders: Termine werden oft nicht eingehalten, Nachrichten nicht beantwortet, es wird nicht eindeutig Stellung bezogen… Warum mag das so sein? Ein Erklärungsansatz – und dabei rede ich uns und unseren Kollegen ins Gewissen – könnte sein, dass die erste Ansprache nicht gut erfolgt; Copy-and-Paste Ansprachen mit Standardtexten auf unpassende Profile schaden unserem Ruf, nerven angesprochene Kandidaten und machen für die Zukunft „antwortmüde”. Deshalb, liebe Headhunter, verzichtet auf Informationsmüll in der Ansprache, auf Massenansprachen, auf unqualifizierte Angebote für nicht vorab recherchierte Kandidaten!

Wir dagegen setzen viel Energie ein, nur dann jemanden anzusprechen, wenn wir aufgrund aller uns verfügbarer Informationen relativ sicher sein können, dass es passen könnte. Und dann, liebe Kandidaten, antwortet doch bitte auch. Denn wenn Ihr keine Antwort gebt, dann jagen wir Euch eben noch ein wenig weiter hinterher – wohl darauf bedacht, nicht allzu lästig zu fallen, aber mit dem Ziel, zu klären – siehe oben!

Es gibt noch einen weiteren Aspekt: Ganz offensichtlich ist ein starker Trend, Kommunikation grundsätzlich als etwas Einseitiges zu betrachten. Das heißt ich antworte nur auf die Nachrichten, die mir jetzt gerade im Moment und direkt nützlich sind. Das ist ein gangbarer Weg, jedoch weit entfernt von den Gesetzen der Höflichkeit, und auf lange Sicht nicht erfolgreich, weil respektlos. Man trifft sich ja immer wieder. D.h. für den Headhunter: Gebt Euren Kandidaten immer zeitnah zutreffendes Feedback, lasst keine Frage oder Nachricht unbeantwortet, keinen Anruf unerwidert! Und der Kandidat sei gebeten, mit uns zu sprechen, Termine einzuhalten – Dinge schnell zu klären.

So macht es Jägern und Gejagten Freude

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